TEMPOMAT BEDIENEN: SO NUTZEN SIE IHN OPTIMAL

04.08.2026
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Lange Fahrten, insbesondere auf der Autobahn, können ganz schön anstrengend sein. Den Fuß dauerhaft auf dem Gaspedal zu halten und nebenbei konstant das Tempo im Blick zu behalten, zehrt mit der Zeit an der Konzentration. Genau dann ist ein Tempomat eine große Hilfe. Falls Sie mit dem praktischen System noch nicht vertraut sind: keine Sorge. Wir erklären Ihnen übersichtlich, wie ein Tempomat verwendet wird, in welchen Situationen er sich lohnt und worauf Sie unterwegs achten sollten. 

Was ist ein Tempomat?

Ein Tempomat, auch Geschwindigkeitsregelanlage genannt, ist ein Fahrerassistenzsystem, welches das von Ihnen festgelegte Tempo automatisch hält. Sobald Sie eine Geschwindigkeit eingestellt haben, regelt das Fahrzeug die Beschleunigung von selbst, sodass Sie das Gaspedal nicht mehr durchgehend betätigen müssen. 

Grundsätzlich wird zwischen zwei Varianten unterschieden: 

  • Ein klassischer Tempomat, der die eingestellte Geschwindigkeit beibehält. 
  • Ein adaptiver Tempomat (ACC), der zusätzlich den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug erfasst und bei Bedarf das Tempo reguliert. Letzterer bremst und beschleunigt somit je nach Verkehrslage automatisch. Wichtig: Ein adaptiver Tempomat ist in der Regel kein autonomes System. Das bedeutet, dass Sie jederzeit bereit sein müssen, einzugreifen. 

Schon gewusst? 

Der Tempomat hat eine längere Geschichte, als viele vermuten würden: Bereits in den 1950er-Jahren kamen die ersten Systeme in Serienfahrzeugen zum Einsatz. Heute ist ein Tempomat in den meisten Neuwagen ab Werk vorhanden oder als Zusatzausstattung erhältlich. 

Wie funktioniert ein Tempomat?

Ein herkömmlicher Tempomat greift aktiv in die Motorsteuerung ein: Sie geben eine gewünschte Geschwindigkeit vor und das System sorgt mithilfe der Drosselklappe oder der elektronischen Motorsteuerung dafür, dass das Tempo gehalten wird. 

Wenn der Tempomat über eine adaptive Assistenzfunktion verfügt, geht das System einen Schritt weiter . Über Radar- Kamera- oder LiDar-Sensoren (= optische Entfernungssensoren) erfasst ein adaptiver Tempomat den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und passt die Geschwindigkeit automatisch an. Sobald das vorausfahrende Fahrzeug langsamer wird, bremst auch Ihr Fahrzeug ab. Ist die Spur wieder frei, beschleunigt es bis zur eingestellten Wunschgeschwindigkeit zurück. 

Tempomat richtig einsetzen - Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Tempomat einschalten: Aktivieren Sie das System zunächst über die Taste mit der Aufschrift "ON" bzw. "0/I” oder dem entsprechenden Tempomat-Symbol (häufig ein Tachosymbol). Damit ist der Tempomat betriebsbereit, hält aber noch keine Geschwindigkeit. 
  2. Geschwindigkeit speichern: Beschleunigen Sie dann auf Ihr gewünschtes Tempo und drücken Sie die Taste "SET". Das Fahrzeug übernimmt nun diese Geschwindigkeit und hält sie konstant. Sie können den Fuß jetzt vom Gaspedal nehmen. 
  3. Tempo anpassen: Über die Tasten "+" und "−" (bzw. "RES" und "SET") können Sie die gespeicherte Geschwindigkeit in kleinen Schritten erhöhen oder verringern. So passen Sie Ihr Tempo flexibel an die jeweilige Situation an, ohne den Tempomat vollständig zu deaktivieren. 
  4. Tempomat deaktivieren: Sobald Sie bremsen, kuppeln oder die "CANCEL"-Taste drücken, schaltet sich die Geschwindigkeitsregelung ab. Ihr eingestelltes Tempo bleibt dabei gespeichert. 
  5. Geschwindigkeit wieder aufnehmen: Möchten Sie nach einer Unterbrechung wieder mit dem zuvor gespeicherten Tempo weiterfahren, drücken Sie einfach die Taste "RES" (= Resume). Das Fahrzeug beschleunigt automatisch auf die letzte eingestellte Geschwindigkeit zurück. 

Tipp: Betriebsanleitung prüfen 

Die genaue Bedienung unterscheidet sich von Modell zu Modell, das Grundprinzip ist jedoch fast immer gleich. In der Regel befinden sich die Tempomat-Bedienelemente am Lenkrad oder an einem separaten Hebel hinter dem Lenkrad. Werfen Sie im Zweifel einen Blick in die Betriebsanleitung – dort sind die Tasten genau beschrieben. 

Praktische Tipps für den Fahralltag

  • Bleiben Sie aufmerksam: Der Tempomat übernimmt das Gasgeben, nicht aber die Verantwortung für das Verkehrsgeschehen. Stellen Sie sich darauf ein, jederzeit eingreifen zu müssen. 
  • Wählen Sie das passende Tempo: Stellen Sie eine Geschwindigkeit ein, die zu Strecke und Verkehr passt. So müssen Sie den Tempomat nicht ständig anpassen. Hinweis: Insbesondere in der Stadt ist das Aktivieren des Tempomats aufgrund des Stop-and-Go-Verkehrs unpraktisch und potenziell gefährlich.  
  • Nutzen Sie den Tempomat zur richtigen Zeit: Das System spielt seine Stärken auf langen, geraden Strecken aus. In der Stadt, auf kurvigen Strecken oder bei schlechtem Wetter sollten Sie die Gaszugabe hingegen selbst steuern. 
  • Fahren Sie bergab vorausschauend: Da ein klassischer Tempomat nicht aktiv bremst, kann sich Ihr Fahrzeug in Gefälleabschnitten ungewollt beschleunigen. Reduzieren Sie in solchen Fällen deshalb das Tempo rechtzeitig selbst. 
  • Lernen Sie die Abstandseinstellungen kennen: Viele Fahrzeuge mit ACC bieten mehrere Stufen für einen größeren oder geringeren Sicherheitsabstand. Machen Sie sich mit diesen Stufen vertraut und wählen Sie jene, die zu Ihrem Fahrstil passt.

Entspannt unterwegs dank Tempomat

Der Tempomat ist ein praktisches Hilfsmittel, das Ihnen vor allem auf langen, geraden Strecken die Fahrt erleichtert. Das System hält das von Ihnen eingestellte Tempo konstant und entlastet Ihren rechten Fuß, sodass Sie sich besser auf den Verkehr konzentrieren können. Wichtig bleibt in jedem Fall: Der Tempomat unterstützt Sie, kann Ihre Aufmerksamkeit aber nicht ersetzen. Im Stadtverkehr, bei schlechtem Wetter oder auf kurvigen Strecken empfiehlt es sich, die Kontrolle selbst zu übernehmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was ist der Unterschied zwischen Tempomat und ACC? 

Ein klassischer Tempomat hält ausschließlich die von Ihnen eingestellte Geschwindigkeit. Ein adaptiver Tempomat (ACC, Adaptive Cruise Control) verfügt zusätzlich über Sensoren, die den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug messen und passt dahingehend Ihre Geschwindigkeit automatisch an. 

Wie aktiviere ich den Tempomat? 

In der Regel schalten Sie den Tempomat über eine Taste mit der Aufschrift "ON”, "0/I” oder dem Tempomat-Symbol ein. Diese befindet sich meist am Lenkrad oder an einem Hebel dahinter. Beschleunigen Sie anschließend auf Ihr Wunschtempo und drücken Sie die Taste "SET“, um diese Geschwindigkeit zu speichern. Bei manchen Modellen können Sie danach den Fuß vom Gaspedal nehmen. Die genaue Tastenbelegung finden Sie in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. 

Wann sollte man mit Tempomat fahren? 

Der Tempomat eignet sich vor allem für lange, gleichmäßige Strecken mit wenig Verkehr, etwa auf der Autobahn oder gut ausgebauten Landstraßen 

Welche Nachteile hat ein Tempomat? 

Ein klassischer (= nicht adaptiver) Tempomat bremst nicht aktiv, weshalb Ihr Fahrzeug z. B. bergab schneller werden kann, als Ihnen lieb ist. Wenn Sie sich zu sehr auf das System verlassen, besteht außerdem die Gefahr, dass Ihre Aufmerksamkeit nachlässt. Auch in wechselhaften Verkehrssituationen kann das ständige Anpassen umständlich sein. 

Ist es sparsamer, mit Tempomat zu fahren? 

Das hängt stark von der Strecke ab. Auf gleichmäßigen Strecken kann der Tempomat den Verbrauch senken, da er ein konstantes Tempo ohne unnötiges Beschleunigen hält. In unebenem Gelände kann der Effekt jedoch gegenteilig ausfallen: Weil der klassische Tempomat versucht, das Tempo strikt zu halten, gibt er an Steigungen unter Umständen mehr Gas, als ein vorausschauend agierender Mensch es tun würde. 

Was passiert, wenn man den Tempomat zu spät ausschaltet? 

Das System hält weiterhin die eingestellte Geschwindigkeit, auch wenn die Situation eine Tempoanpassung erfordert.